Mittwoch, 21. Dezember 2016

Jasper 5. Fortsetzung





Auch St. Nikolaus verabschiedet sich wenig später von Lilofee und Matilda.
Vergnügt spaziert er durch den knirschenden Schnee, genießt die reine kalte Winterluft und als er vor seinem Häuschen ankommt, betrachtet er es froh und zufrieden.
Er klopft sich die Schuhe ab und betritt den Flur. Sorgfältig hängt er den schweren Wintermantel an den Haken, stellt die Stiefel ordentlich nebeneinander und schlüpft in seine Pantoffeln.
In der Stube empfängt ihn wohlige Wärme, die von einem lustig flackernden Feuer im Kamin kommt.
Der Zwerg Purzel kniet davor und legt einige Scheite Holz hinein.
Die Tür öffnet sich und zwei Zwerge jeder einen Arm voll mit Holz kommen zum Kamin und stapeln es sorgfältig daneben auf.
Purzel beobachtet sie dabei aufmerksam und meint zufrieden:
Nun lieber Nikolaus, das dürfte eine Weile reichen. Die Frauen haben einen leckeren Gemüseeintopf gekocht, du brauchst ihn nur noch warm zu machen. Auch ein Teller Plätzchen steht in der Küche und Viktor, der Gärtner hat noch einen Korb seiner besten Äpfel vorbei gebracht. Wir kommen dann Morgen wieder.“
Danke meine lieben Zwerge, und auch einen herzlichen Dank an eure Frauen. Lebt wohl, bis morgen.“
Die Zwerge verneigen sich und verlassen die Hütte.
Nikolaus sieht sich vergnügt um, schlüpft in seine gemütliche
Hausjacke, setzt die Brille auf die Nase und vertieft sich in sein Buch.


Auch am Nordpol wird eifrig gearbeitet, denn bis Weihnachten sind es nur noch wenige Tage.
Jasper lebt nun schon einige Jahre im Land des Weihnachtsmannes und an jedem Weihnachtsabend darf er an der Spitze der Rentiere den Schlitten über den Himmel ziehen und sein fröhlich blitzendes Geweih erhellt den Horizont.
Sein besonderer Freund ist der Stalljunge Bertl, ein Kobold der leider immer nur Unsinn im Kopf hat und den gutmütigen Jasper oft in manche Klemme bringt.
Auch heute hat Jasper wieder einmal Hausarrest von einem wütenden Knurrjan bekommen.
Gelangweilt steht er ganz allein im Stall und bedauert sich selber.
Da öffnet sich knarrend die Tür und das schelmische Gesicht von Bertl lugt herein.
Er schlüpft herein und setzt sich neben Jasper auf einen Heuballen.
Ich habe mich versteckt, so konnte der alte Langweiler mir nicht die Ohren langziehen,“ kichert er.
Vergnügt lässt er seine Beine baumeln und fragt spitzbübisch:
Hättest du keine Lust zu fliegen?“
Jasper strahlt.
Er fliegt so gerne und ist oft traurig, weil er das nur einmal im Jahr darf.
Du weißt, dass wir nur einmal im Jahr am Weihnachtsabend fliegen dürfen und außerdem haben wir keinen Sternenstaub.“
Bertl grinst verschlagen, greift in die Hosentasche und als er seine Hand öffnet, ist sie voll golden glitzerndem Sand.
Sternenstaub,“ flüstert Jasper ehrfürchtig. „Woher hast du ihn?“
Ha, dem alten Knurrjan geklaut!“
Das gibt mächtigen Ärger!“
Na und, das ist der Spaß doch wert!“
Ja, du kannst dich immer verstecken, bis die Luft wieder rein ist, aber ich werde jedesmal eingesperrt.“ brummt Jasper.
Bertl winkt ab.
Bis jetzt habe ich dich doch immer besucht und dir die Langweile vertrieben.“
Ja und versucht mich in die nächste Klemme zu bringen,“ lacht Jasper.


Aber gib doch zu, seit du mich als Freund hast, ist dein Leben immer aufregend. Also wollen wir eine Runde am Himmel drehen?“
Wie immer lässt das Rentier sich überreden und sie schleichen sich zum Tor hinaus.
Bertl wirft den Sternenstaub über Jasper, springt auf seinen Rücken und sie steigen jubelnd in die Höhe.
Voller Übermut jagen sie über das Firmament und entfernen sich immer weiter von ihrer Heimat.
Jasper schlägt tollkühne Kapriolen und Bertl hält sich kreischend fest.
Tollkühn galoppiert das Rentier über die Wolken, doch dann schreit der Kobold entsetzt auf.
Vor ihnen taucht eine dicke schwarze Wolke auf und Jasper kann nicht mehr bremsen und sie krachen mitten hinein.
Durch das Loch, das sie aufreißen fallen dicke schwere Graupeln auf sie nieder.
Jasper keucht erschrocken auf, als eine der Graupeln seine Nase trifft und auch Bertl duckt sich schützend.
So schnell wie möglich versucht das Rentier der Wolke zu entkommen.
Endlich ist es geschafft.
He, würdest du bitte meinen Hals los lassen!“ keucht Jasper, denn Bertl hatte sich in seiner Angst fest an ihn geklammert und lockert jetzt seinen Griff.
Jasper fängt zu trudeln an, dann stöhnt er.
Oh,oh, wir sinken!“
Die Ritt durch die nasse Wolke hatte fast allen Sternenstaub abgewaschen und immer schneller verlieren sie an Höhe.
Vorsicht, wir stürzen!“ ruft Jasper, dann landen sie schon im weichen Schnee.
Einen Moment ist es ganz still, dann rappelt sich Jasper mühsam hoch und sieht sich um.

Morgen geht es weiter

1 Kommentar:

  1. Liebe Lore, herrlich Deine Jasper Geschichten. Was da alles passiert, Du lässt Deiner Phantasie wirklich freien Lauf. Bin auf die Fortsetzung gespannt.
    Liebe Grüße Eva

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