Samstag, 17. Dezember 2016

Jasper 1. Fortsetzung




Nun ziehen Alleschja und ihr Sohn allein über die weiten Flächen von Norwegen.
Wenn sie einer Herde begegnen weichen sie aus, denn sie fürchten Häme und Spott.
Alleschja lehrt ihrem Sohn wie man in der Wildnis überlebt.
Diesmal kommt der Winter sehr früh und mit eisiger Kälte.
Die Nahrungssuche wird immer schwerer und oft denkt Alleschja, ob es nicht doch besser wäre den Schutz bei einer der großen Rentierherden zu suchen.
Doch dann fällt ihr Blick auf ihren Sohn und sie verwirft den Gedanken.
Eines Abends lagern sie in einer Höhle. Jasper schläft bereits tief und fest, doch Alleschja hebt lauschend den Kopf. Wölfe!
Sie springt auf beugt sich über ihren Sohn, und streicht mit der Nase zart über seine Wange.
Jasper lächelt im Schlaf und sein Geweih flackert freundlich.
Alleschja geht zum Ausgang, dann dreht sie sich noch einmal Abschied nehmend um und sieht mit traurigen Blick auf den Schlafenden.
Leb `wohl mein Junge, du bist stark und tapfer und wirst nun deinen Weg alleine schaffen.“
Hoch erhobenen Hauptes verlässt sie die schützende Höhle und trabt den Wölfen entgegen.
Als sie ihre Witterung aufnehmen, läuft sie los, um die Wölfe möglichst weit von ihrem Sohn weg zu locken.
Endlich umkreist sie doch das Rudel und als einer der Wölfe ihr mit gefletschten Zähnen an die Kehle springt, stürzt sie mit einem wehen Laut zu Boden.

Jasper in seiner Höhle hebt den Kopf. Obwohl seine Mutter viel zu weit weg ist, als dass er ihren Todesschrei gehört hätte, weiß er doch ,dass etwas Schreckliches geschehen ist und er nun ganz allein weiter wandern muss.
Er springt auf und verlässt die Höhle.
Und während die Tränen in den Schnee fallen wandert er ins Ungewisse.



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